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Stolz und Selbst8ung

19.09.2018

Sehr lange Zeit meines Lebens war der Ausdruck von Stolz für mich negativ besetzt. Stolz stand für mich für Eitelkeit, für Arroganz, für Hochmut. Stolz war in meinem Verständnis eng mit dem Verstand verbunden; mit dem, wie jemand über sich denkt. Der Begriff hatte für mich zu tun mit einer Fassade, die jemand aufbaut, wie eine Verkaufsauslage für die persönlichen Leistungen und Erfolge.

 

Auf 4000 km Reise durch Südafrika habe ich diesen Sommer Menschen und Tiere in ihrem Gehen beobachtet. Dabei durfte ich lernen, was Stolz heißt, was Stolz ausmacht, wo er seine Heimat hat – und was er mit Heimat zu tun hat. Denn Stolz ist eine Qualität, mit der wir von unseren Wurzeln aus gespeist werden. Er richtet uns von unten her auf zur Aufrichtigkeit. Er öffnet unsere Herzen und lässt unsere Brust von allein hervortreten. Er verleiht uns Mut, Kraft, Stärke und Selbst8ung. Wir dürfen uns in der Geschichte unserer Ahnenlinie und Kultur verankern. Dort können wir zu einem Gefühl der Verbundenheit finden. Dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit drückt sich aus in unseren gesellschaftlichen Werten. Das individuelle Gefühl am richtigen Platz zu sein, überhaupt ‚richtig‘ zu sein, hängt stark von dieser Verankerung ab und damit auch das Selbstwertgefühl. Und von diesem wiederum abhängig sind die 8ung von und der Respekt vor Mitmenschen.

 

Mit Blick auf unsere deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts hat jedoch insbesondere der Zweite Weltkrieg mit seiner kollektiven Verirrung das Erdreich um unsere Wurzeln nachhaltig vergiftet. Ich glaube die traumatische und dramatische Folge für die Nachkriegsgenerationen ist ein vielfach unbewusstes Schuldempfinden. Wir möchten mit unseren Wurzeln nicht mit der Geschichte eines Vernichtungskrieges in Berührung kommen. Diese Negierung führt meiner Meinung nach zum einen dazu, dass viele als Einzelkämpfer unterwegs sind, da sie ohne Kontakt zur Wurzel die Verbundenheit nicht spüren können. Zum anderen fehlt dadurch der Bezug zu Werten und zum Selbstwert. Die Folge sind zum einen Menschen, die sich in ihrem Pflichtbewusstsein und fehlender Selbst8ung in den Burnout arbeiten, zum anderen eine Gesellschaft, die auseinanderzubrechen droht. Nationalstolz darf entweder nicht sein oder geht wieder in die Verirrung.

 

Eine Lösung dieses Dilemmas könnte sein, die Vergangenheit als vergangen zu erkennen -ohne sie dabei zu vergessen- und uns der in dieser Zeit entstandenen Schuld bewusst zu werden. Dies kann helfen, um einerseits unsere Wurzeln mutig durch diese Erdschicht hindurch weiter in die Tiefe an den Kern unseres Seins wachsen zu lassen, andererseits oberhalb dieser Schicht unsere Wurzeln weit zu verzweigen in der jüngeren Geschichte unseres Landes, die vorgemacht hat, dass Einigkeit gefunden werden kann. Vielleicht finden wir so zurück zu mehr Selbst8ung, Stolz und Anmut, wie sie mir in Südafrika so majestätisch begegnet sind.

 

 

 

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